Die Augen der Welt sind auf die Fed gerichtet.

Die US-Notenbank (Fed) wird heute um 21.00 Uhr MESZ ihre mit Spannung erwartete Zinsentscheidung bekannt geben.

Zuletzt erhöhte das Fed Open Market Committee (FOMC) den Leitzins am 21. September um 75 Basispunkte auf eine Spanne von 3 bis 3,25 Prozent. Nachdem die Fed beschlossen hatte, in den letzten 3 Sitzungen in Folge 75 Basispunkte anzuheben, erhöhte die Fed die Zinssätze in den letzten 5 Sitzungen um insgesamt 300 Basispunkte.

Die Märkte sehen heute einen Anstieg um 75 Basispunkte als sicher an. Im CME FedWatch Tool, das die Zinsentscheidungen der Fed analysiert, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte Stand heute Morgen bei 85,5 Prozent.

ERKLÄRUNGEN ZU BEFOLGEN

Obwohl die Erwartungen an die Fed heute um 75 Basispunkte geprägt sind, werden der Text der Entscheidung und die Reden des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell nach der Entscheidung aufmerksam verfolgt. Der Text und die Rede werden nach Hinweisen darauf suchen, welche restriktive Politik die Fed sowohl bei den Sitzungen am 14. Dezember als auch am 1. Februar verfolgen wird.

ÜBER INFLATIONSERWARTUNG

Es wird erwartet, dass die ernster genommenen Inflations- und Rezessionssorgen die Preisbildung an den Märkten beeinflussen werden. Im September wurde die Jahresinflation in den USA mit 8,2 Prozent bekannt gegeben. Obwohl es einen Rückgang gegenüber dem Anstieg von 8,3 Prozent im Vormonat gab, blieb die Inflation über der Erwartung von 8,1 Prozent.

WACHSTUM IST POSITIV ALS ERWARTET

Während die Inflation in den USA über den Erwartungen lag, waren die Wachstumszahlen ebenfalls positiver als erwartet. Im dritten Quartal des Jahres wuchs die US-Wirtschaft jährlich um 2,6 Prozent. Erwartet wurde ein Wachstum von 2,4 Prozent.

ARBEITSLOSENQUOTE IN 50 JAHREN

Auf der Beschäftigungsseite zeichnet sich trotz der Zinserhöhungen bisher ein starkes Bild ab. Das US-Arbeitsministerium veröffentlichte gestern die JOLTS-Jobs Open Number-Daten für September. Dementsprechend stieg die Zahl der offenen Stellen im Land im September im Vergleich zum Vormonat um 437 Tausend auf 10 Millionen 717 Tausend. Entgegen den Erwartungen wurde die Zahl der offenen Stellen im September auf 10 Millionen geschätzt.

Während die nichtlandwirtschaftliche Beschäftigung im September um 263.000 Personen zunahm, ging die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte zurück und fiel mit 3,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 50 Jahren.

BÜHNE SIGNAL IN PRODUKTION UND WOHNUNGSVERKAUF

Natürlich sind die Auswirkungen aufeinanderfolgender Zinserhöhungen auf die Wirtschaft nicht zu spüren. Den gestern veröffentlichten Daten schließlich zufolge ist der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Punkte auf 50,2 gesunken. Der Index fiel auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020.

Der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken im Land erreichte 7,16 Prozent, den höchsten Stand seit 2001. Die Verkäufe neuer Eigenheime gingen im September aufgrund der steigenden Hypothekenzinsen und der hohen Immobilienpreise um 10,9 Prozent auf Monatsbasis auf 603.000 zurück.

KONTRAKTION IN DER DIENSTLEISTUNGSINDUSTRIE

In den USA fiel der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Fertigungsindustrie im Oktober im Monatsvergleich um 2,1 Punkte auf 49,9 und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 28 Monaten, was den ersten Rückgang in der Branche seit Juni 2020 darstellt. Der PMI des Dienstleistungssektors ging im Oktober im Vergleich zum Vormonat ebenfalls um 2,7 Punkte auf 46,6 zurück, was zeigt, dass die Kontraktion im Dienstleistungssektor anhält.

Darüber hinaus fiel der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board im Oktober auf 102,5 mit einem monatlichen Rückgang von 5,3 Punkten und damit aufgrund von Inflationssorgen auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten.

Das Hauptziel der Fed ist es, mittelfristig das Inflationsziel von 2 Prozent zu erreichen. Während der Fed-Vorsitzende Jerome Powell wiederholt bekräftigt hat, dass sie diesem Ziel Priorität einräumen, signalisierte er auch, dass sie beim Erreichen dieses Ziels so wenig Schmerzen wie möglich verursachen wollen.

Daher wird die ganze Welt die Zeichen für den Weg der Fed in das heikle Gleichgewicht mit Interesse verfolgen. Die heute zu übermittelnden Botschaften werden den Kurs der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten bestimmen.



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